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Archiv Erika + Jürg - Reiseberichte - Südl. Afrika 2009 - Botswana 2009 - Chobe

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7. bis 10. Juni, Reiseroute: Maun - Gweta - Kasane  - Kazungula, 3 Teiletappen, total 798km. Fotogalerie

Wir getrauen uns nicht, die direkte, aber beschwerliche Strecke via Moremi Park zum und durch den gesamten Chobe Park zu fahren, nicht zuletzt auch wegen des nicht zuverlässig funtionierenden GPS. Also bleibt nur die mit etwa 700km doppelt so lange Strecke, zurück in östlicher Richtung nach Gweta und Nata, und schliesslich nördlich nach Kasane, welches am Zusammenfluss von Chobe und Sambesi River liegt.
Wir durchfahren dazu vor allem Busch- und Baumsavanne, wobei wie überall in Botswana der Strasse entlang beidseits ein Streifen von etwa 20m Breite gerodet ist und lediglich mit Gras bewachsen. Dies erlaubt, wilde und Haustiere frühzeitig zu sehen und das Tempo und die Fahrspur anzupassen.

 

Allerdings sehen wir auf der gesamten Strecke keine Wildtiere; wir hatten vor allem auf Elefanten gehofft. Es hat aber immer wieder Kuhherden, manchmal ein paar Ziegen, ein paar Pferde oder ein paar Esel. Je nördlicher wir kommen, desto mehr weicht das trockene Buschsavannenbild einer recht grünen Baumsavanne, welche immer üppiger wird. Nach der Ortschaft Pandametenga wechselt die Landschaft völlig. Die hier liegenden Kazuma Pans sind mit riesigen Hirsefeldern bepflanzt, welche z.T. abgeerntet, gerade in Blüte (rostrot gefärbte Felder bis zum Horizont) oder erntereif sind. Dazwischen hat es einige wenige Gemüsefelder und Bananenplantagen. Schliesslich erreichen wir Kasane, und steuern zielstrebig die Chobe Safari Lodge an.

Einmal mehr lässt uns das Mefloquin schlecht schlafen, bzw. früh aufwachen. Wir stehen dann kurz nach 5Uhr auf, weil wir früh zum Game Drive starten möchten. Noch während der Vorbereitungsarbeiten dazu beginnt es zu regnen, und immer stärker, und ich kann gerade noch rechtzeitig das Dach des Geo schliessen. Nun sitzen wir um 6 Uhr startbereit im Auto, und wissen nicht so recht, was wir in diesem Regen und im Dunkeln im Chobe Park sollen. Schliesslich fahren wir doch los, um am Gate mal den Eintritt zu bezahlen. Wir vergewissern uns, das das GPS läuft und die Shell-Chobe-Karte richtig bereit liegt. Wir wollen uns keinesfalls verfahren.

Allerdings ist die Gefahr klein hierfür, denn die Pirschwege führen parallel zum Chobe River, dessen Verlauf zur Orientierung immer wieder herangezogen werden kann. Es erweist sich auch, dass die Wegverzweigungen ganz ordentlich angeschrieben sind, nicht so perfekt wie im Krügerpark, aber doch um Grössenordnungen besser als im Moremi Park.
Wir erreichen schnell einmal den Chobe River und nehmen den Weg direkt den Fluss entlang. Wir erhoffen uns, viele Tiere zu entdecken, welche aus dem Busch herauskommen und am Fluss Wasser trinken. Natürlich sehen wir wie fast immer zuerst Impalas (Herden von Geissen oder Gruppen von Böcken), sowie Helmperlhühner.

Im Wasser entdeckt Erika schnell einmal Flusspferde, sehr entfernt am anderen Ufer eine Herde Wasserbüffel, auf unserer Seite grasen Pukus. Es hat viele Wasservögel: Nilgänse, Waffen- und Kronenkiebitze, Grau- und Silberreiher, ein Rotschnabelfrankolin mit 3 Küken, einen Kaptriel und Gelbschnabelstörche. Natürlich tummeln sich auch Tokos und Schwarzbauchglanzstare wie immer vorwitzig vor unserem Geo.

Nachmittags unternehmen wir eine zweite Pirschfahrt und entdecken diesmal als erstes eine Giraffe. Ein entgegenfahrender Guide hält mit seinem Landcruiser an und erzählt uns, weiter vorne hätte es two big lions. Er erklärt mir kurz, wo wir sie finden könnten, etwa 4km weiter. In schneller Fahrt geht es nun vorwärts, und nach 3.5 km beginnen wir angestrengt, auf beiden Wegseiten zu beobachten. Schliesslich entdecken wir 10m rechts von der Strasse ein Offroad-Fahrzeug auf einer Lichtung im Gebüsch. Wir fahren vorsichtig leicht seitlich heran, und entdecken tatsächlich eine Löwin und ein Junges. Wir verharren etwa eine Viertelstunde, so dass wir mitbekommen, dass es sich um total zwei Weibchen und drei Junge Löwen handelt, welche lustig herumspielen. Endlich Löwen gesehen! Es sind die ersten auf unserer Afrikareise…

Später können wir relativ nah einer Flusspferdmutter zusehen, wie sie mit ihrem Jungen schmust. Wir sehen eine Gruppe Buschschweine kniend im Boden herumwühlen. Dann hat es wieder alle die Vögel am Wasser wie am Vormittag, plus zusätzlich Witwenenten und Schwarzkopfreiher. Zufrieden machen wir uns auf den Rückweg zum Gate, als 500m davor ein Rudel von etwa 50 quirlig herumrennenden Zebra-Mangusten den Weg kreuzt, und sich von uns kaum stören lässt.

Am unserem letzten Tag in Botswana haben wir frühmorgens lediglich die kurze Strecke nach Kazungula zurückzulegen, wo wir die botswanischen Zollformalitäten erledigen und den Geo auf eine Fähre vor einen Lastwagen klemmen müssen. Nun geht’s über den Sambesi:

Adieu Botswana, Hallo Zambia ...

 

 

Übernachtungsorte

Gweta: Gweta Lodge, sehr gepflegte und schöne Bungalowanlage mit Zeltvermietung und wenigen Standplätzen, saubere WC und Duschen, Restaurant, Aufenthaltsraum, Bar, Wireless-Internet, Schwimmbad
Kasane: Chobe Safari Lodge, schattige, aber kleinflächige Campsite, vernünftiger Preis, zweckmässige Duschen und WCs, daneben Bungalows und Flats, schöne Restaurant-, Garten und Schwimmbadanlage.