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Iggi & Hans - Reiseberichte - 2013 Australien - Victoria

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Pambula Beach, November 2013

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Wir sind wieder unterwegs, nach mehr als zwei Wochen die wir in Pambula Beach verbrachten. Nicht ganz freiwillig, wir mussten auf einen Ersatztracker aus der Schweiz warten. Die SIM Karte war von Orange und die haben keinen Partner in Australien – trotz weltweitem Abdeckungsversprechen. Und wie es dann so läuft - Murphy lässt grüssen, das Päcklein ging verloren - ein Tracker der verloren geht? Sollte man doch eigentlich lokalisieren können :-) 

Wenigstens hatten wir super Wetter die letzten Tage und konnten die Sonne und den Strand geniessen.

Spass am Strand
andere "Gäste" auf dem Campingplatz
Goanna
ja, auch Fliegen die einem (fast) das Rauchen verleiden

Ausflug nach Eden

.... auch wenn auf unseren Fotos fast immer die Sonne scheint ist es doch immer wieder regnerisch und kalt. Selbst die Einheimischen sind sich das zu dieser Jahreszeit nicht gewohnt. Sie laufen aber mehrheitlich in FlipFlop, Shorts und T-Shirt herum, währenddessen wir uns in Fleece hüllen und trotzdem frieren.

Wenn's dann aber schön ist, wird es auch gleich wieder warm - wir nutzen diese Zeit für Ausflüge. Wir fahren Richtung Eden, einem kleinen Fischerdorf. Eine wunderschöne Fahrt entlang der wilden Küste, dabei stossen wir vor Eden auf einen historischen Friedhof. Die Toten haben hier in Downunder oft die schönsten Plätze für ihre letzte Ruhe - für Friedhofgänger ist es eher gefährlich - die Warntafeln sind ziemlich abschreckend.

wilde Küste
schöne Aussicht
Achtung giftige Schlangen
Anneke ich komme ...

Als wir dann endlich fahren konnten, stürzt Iggi von der Campertreppe, im Spital stellen sie beim Röntgen einen kleinen Riss am Mittelfussknochen fest, tut saumässig weh. Der Fuss wird mit einem Gips ruhiggestellt und Iggi erhält Krücken - und was für welche. Das letzte dieser Modelle habe ich in einem alten Kriegsfilm gesehen und in Afrika sieht man sie auch noch - Schulterstützen würde ich sie nennen. Unmöglich sich damit zu bewegen - kriechen auf allen vieren wäre einfacher und vor allem weniger schmerzhaft. Am nächsten Tag fahren wir nochmals in den Spital und wir können sie tatsächlich gegen normale Krücken umtauschen. Das Ganze ist für Iggi natürlich immer noch mühsam, aber es geht schon viel besser. Aber Glück im Unglück, am gleichen Tag erhalten wir ein SMS - der verloren gegangene Tracker ist wieder aufgetaucht und wir können ihn auf der Post in Bega abholen.

alles noch heil
Krücken aus dem 2. Weltkrieg
wieder "Mobil"

wir fahren weiter

Nach der langen Zeit auf einem Campingplatz mit allem Komfort, wollen wir wieder einmal zurück zur Natur und in einem der vielen Nationalparks übernachten, wir fahren Richtung Cape Conran Costal Park. Einfache Einrichtung, aber idyllisch im Küstenwald gelegen. Wir steigen aus und sind sofort von hunderten von Fliegen umschwärmt, hm .... ich mache mal ein Feuer und ein bisschen Rauch - das irritiert die Fliegen aber nicht im Mindesten. Naja, dann essen wir eben im Toyo. Die Nachbarn erzählen uns später bei einem Glas Wein, dass dieses Jahr so viele Fliegen wie schon lange nicht mehr da seien, sie haben sogar gehört, das in West-Australien die Plage noch viel schlimmer ist und dort die Kühe fast wahnsinnig werden ob der vielen Fliegen. Am nächsten Morgen fahren wir zeitig weiter .... die Fliegen sind immer noch da und offensichtlich auch Frühaufsteher.

Lakes Entrance, Samstag, 23. November 2013

Wir sind jetzt in Lakes Entrance, einem Fischerstädtchen, wo wir ein paar Tage die Gippsland Gegend erkunden und Seafood fangfrisch geniessen wollen.

CP nichts Besonderes! Aber es fängt gleich an zu schiffen und es ist kalt wie die sau. Leider hat es keinen Aufenthaltsraum oder eine Campkitchen wo man sich ein bisschen aufwärmen könnte. Wir setzen die Heizung in Gang, am Nachmittag fährt gegenüber von uns ein kleiner Britz Campingbus vor. Der Mann steigt aus und mustert wortlos unser Auto - Iggi bemerkt seine Blicke zu unserer Zürcher Autonummer und fragt gleich direkt - Schweizer? Aber ja doch, kommt die erstaunte Antwort, ein Wort gibt das andere und schon stellt sich heraus, dass Beat und Gabi auch aus Männedorf kommen und drei Monate in Australien am Reisen sind - Zufälle gibt es.

Lakes Entrance Hafen
Lakes Entrance

Yarram, Montag, 25. November 2013

Wir fahren, mit ein paar Abstechern an die Küste, auf dem Princess Highway. Highway ist ein bisschen hochgestochen, einfach eine Strasse die von Sydney bis Melbourne geht, aber nicht zu vergleichen mit unseren Autobahnen. Wir suchen etwas in der Nähe einer Stadt mit einem Doktor, Iggi muss zur Kontrolle wegen ihrem Gips Fuss. Wir entschliessen uns zu ein bisschen Luxus, das kalte und nasse Wetter treibt uns in eine Cabin. Mit Klimaanlage, die auch heizen kann und wieder mal einem normalen Bett, lassen wir es uns gut gehen.

Am nächsten Tag scheint die Sonne, wir machen einen Ausflug an den NinetyMileBeach – 150 Kilometer nur Sand und Wellen, es soll der längste Strand der Welt sein. 

Cabin in Yarram
NinetyMile Beach
Pelikane am streiten

Ein weiterer Ausflug von unserer „Basis“ in Yarram, führt uns am nächsten Tag zuerst zum Bäcker - Frühstück beim Bäcker, naja, so einen richtigen Bäcker haben wir bis jetzt noch nicht gefunden in Australien, hier gibt es nur Toast in allen Variationen aber kein richtiges deftiges Brot mit Kruste und so..

Als wir das Lokal verlassen werden wir von einem Paar angesprochen (das passiert fast jedes Mal wenn wir irgendwo aus dem Auto steigen). Nach den üblichen Fragen, woher, wohin wie lange und so weiter, laden sie uns zum Nachmittagstee ein - wir nehmen gerne an. Wir sind aber eigentlich auf dem Weg in den nahe gelegenen NP mit einem der wenigen Regenwälder in dieser nichttropischen Umgebung. Das soll ein Übrigbleibsel aus der Zeit sein, als Australien noch mit der Arktis verbunden war. Die Fahrt in die hügelige Region ist wunderschön, riesige Zedern und Eukalyptusbäume und dazwischen grosse Farnbäume säumen den Weg. Zwischendurch sehen wir wenige Waldkängurus die aber immer, schneller als der Fotoapparat zur Hand ist, wieder im Unterholz verschwinden. Im Park angekommen, machen wir einen kleinen Rundgang, Iggi ist mit ihrem Moon Boot den sie in der Zwischenzeit gegen ihre Krücken austauschen konnte, immer noch handikapiert. Wir laufen über eine Hängebrücke die die uns einen super Ein und Ausblick auf die Riesenfarne ermöglicht. Lange können wir nicht bleiben, wir haben am Nachmittag einen Termin im Spital um nochmals Röntgenaufnahmen von Iggi's Fuss zu machen.

Regenwald im Tarra-Bulga Nationalpark

Nun haben wir noch einen Termin - der Nachmittagstee bei Ian und Margareth. Die beiden sind weit und viel gereist, es gibt viel zu erzählen. Ian besitzt einen alten Dodge mit Jahrgang 1924, schön restauriert -Iggi nutzt die Gelegenheit zu einer kleinen Rundfahrt.

Wir sprechen Ian auf unser kleines Problem an, ich muss für ein paar Tage in die Schweiz zurück, Iggi wird in dieser Zeit ihre Schwester in Neuseeland besuchen – wir brauchen also einen Platz für den Trans-Geo! Kein Problem meint er, wir könnten den Toyota in seiner Factory unterstellen, da ist er sicher. Wir sind natürlich beide sehr erleichtert eine Lösung gefunden zu haben. Wir verabreden uns für die Zeit wenn wir in Melbourne sind.

Dodge Jg. 1924
Thanks Ian!

Tidal River, Wilsons Promontory NP, Donnerstag, 28. November 2013

Wir sind unterdessen im Wilsons Promotory Nationalpark, es regnet und ist kalt bei unserer Ankunft, glücklicherweise haben wir eine Heizung die wir in der Nacht auch einschalten. Der nächste Tag bringt eine Wetterbesserung mit sich. Der Park ist ein Paradies für Wanderer, da wir beide momentan nicht so gut zu Fuss sind, verlassen wir uns auf die Beschreibung im Park Plänchen und suchen unsere „Wanderungen“ aufgrund der kürzesten Wege zusammen. Fantastische Aussichten und Strände sind auch für uns „handikapierten“ gut erreichbar.

Es ist ein sehr grosser Camping Platz mit allem Drum und Dran, der Platz ist zur Zeit nicht mal zur Hälfte belegt, das soll sich aber über Weihnachten ändern, dann sind alle 450 Plätze voll belegt, sie wurden schon im Juli mittels einer Verlosung vergeben - so soll es im Übrigen in ganz Australien ablaufen, nicht dass alles Verlost wird, aber während den Schulferien sollen alle Plätze restlos ausgebucht sein - wir werden es wohl erleben wenn wir in Tasmanien sind.

Nach vier Tagen ziehen wir weiter nach Inverloch, leider verfolgt uns das schlechte Wetter auch hier hin, wir heizen in der Nacht. Wir treffen auf zwei Holländer, Henk und Trijntje sind in unseren Augen ein ganz „verrücktes“ Paar. Sie sind mit dem Velo und einem kleinen Zelt unterwegs. selbst Campingstühle haben sie dabei, allerdings sind sie für Kinder berechnet, aber mehr geht einfach nicht an und auf's Fahrrad. Mehr als zweitausend Kilometer haben sie schon abgespult … und das bei diesem Wetter – Hut ab!

Wir erzählen ihnen von unserem Letzten Halt im Wilsons Promontory NP – sie beschliessen auch da hinzufahren, es sind ja „nur“ 130 km!


da fahren sie wieder!

Dandenong, Mittwoch, 4. Dezember 2013

Wir nähern uns jetzt Melbourne, der nächste Übernachtungsplatz soll uns ermöglichen mit dem ÖV in die City zu kommen, der Trans-Geo ist ein bisschen zu unhandlich und Parkplätze sind wie in jeder Grossstadt rar. Wir landen in Dandenong, Bushaltestelle vor der Türe. Von hier aus machen wir einen Ausflug an die „schöne“ Beachside von Melbourne, das Wetter ist leider immer noch durchzogen und als wir Strand in Mornington erreichen giesst es wie aus Kübeln. An Aussteigen ist nicht zu denken, wir fahren quer über die Halbinsel durch schön gelegene Weinberge – auf der Suche nach einem Koala Sanctuary, hier sollen verletzte Tier wieder aufgepäppelt werden, landen wir vor einer Sperrschranke. Zuerst dachten wir sie winken und lassen uns nicht durch das Gate weil unser Auto zu hoch ist, aber nein, es ist ein Marine Navy Stützpunkt und wir können da nicht weiterfahren, aber alle haben Spass an uns und weisen uns zurück auf den richtigen Weg – die Koalas haben wir aber trotzdem nicht gefunden.

Wir machen am nächsten Tag einen weiteren Ausflug ins Hinterland von Melbourne und am Abend treffen wir uns mit Ian und Margareth die wir auf der Strasse in Yarram kennengelernt haben zu einem lustigen Abend mit super Nachtessen – wir sind jetzt das erste Mal in Melbourne.

es giesst wie aus Kübeln
Thanks to Margareth and Ian for the great evening and dinner!

Melbourne, Mittwoch, 11. Dezember 2013

Heute wollen wir endlich in die City, wir sind aus diesem Grund auf einen Campingplatz gefahren der in der Nähe von einer Zug Linie liegt. In Bonbeach werden wir fündig – mit dem Fahrrad sind es nicht mal10 Minuten zum Strand und zum Bahnhof. Melbourne hat vor kurzem ein neues Billetsystem eingeführt, alle verfluchen es, wir finden es gar nicht so schlecht. Man muss für 6$ eine Karte kaufen und dann einen Betrag darauf laden – Prepaid für den ÖV. Blöd ist nur, dass man sein Guthaben nicht mehr zurück fordern kann, also einfach nicht zu viel draufladen.

Die Stadt ist gut erschlossen mit Bus und Tram, die Karte muss man jeweils beim ein und aussteigen an einen Leser halten und das System errechnet im Laufe des Tages die günstigste Variante.

Nach dem Verlassen des Zuges ziehen wir unsere Regenjacken aus, die Sonne scheint – juhui. Als wir aus der Flinderstation rauskommen, regnet es schon wieder – also wieder wasserdicht anziehen und rein in den Touristenbus für eine erste Rundfahrt. Wir freuen uns schon auf dem Queen Victoria Market – jeden Tag offen sagt die Broschüre … ausser Montag und Mittwoch, naja … von wegen jeden Tag offen! Später hören wir dann, ungefragt von einem Kellner, dass der Markt am Abend offen hat, zwar kein Normalbetrieb, eher für den Ausgang gedacht mit unzähligen Imbissständen die von allen möglichen „Einwanderer“ betrieben werden. Natürlich bieten alle ihre Landes Spezialitäten, man kann sich also durch die ganze Welt hindurchfressen. Wirklich eine gelungene Idee die unglaublich viele Leute anzieht.

Der nächste Tag sieht wettermässig ein bisschen besser aus und gegen Mittag scheint die Sonne und es ist sofort wieder heiss, also wiedermal Klamottenwechsel und alles im Rucksack verstauen - wir tun was alle Touristen tun – Souvenirstände plündern, Fotos schiessen und Glace essen!

 

"geleckte" Frise ;-)
Chinatown
mmmmh lecker!
Melbourne ist auch eine Velostadt
Gold an der Spitze - Tribut an die Goldgräber im vorletzten Jahrhundert

Es hat unglaublich viele Leute auf den Strassen, alle ein bisschen im Vorweihnachtstaumel – ein bisschen komisch ist es schon – die Schaufenster Auslagen sind weihnachtlich dekoriert, überall werden Weihnachtssongs abgespielt und die Leute laufen in Shorts herum – bei uns kommen die Weihnachtsgefühle nicht so  richtig hoch, aber warten wir mal ab bis wir zu Weihnachten in Hobart, Tasmanien sind ....

… von dort kommt dann auch der nächste update. Wir wünschen euch jetzt schon eine schöne Feierzeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr!